Allgemeine Informationen
Die Chiropraktik ist eine primäre Gesundheitsdisziplin, die sich mit der Diagnose, Behandlung und Prävention von mechanischen Störungen des muskuloskelettalen Systems befasst, insbesondere der Wirbelsäule . Im Mittelpunkt steht das Verständnis, dass diese Störungen und deren Auswirkungen auf das Nervensystem die allgemeine Gesundheit beeinträchtigen können. Chiropraktoren verwenden manuelle Techniken, wie z.B. spezifische Justierungen oder Manipulationen, um die normale Funktion und Ausrichtung der Gelenke wiederherzustellen. Diese Behandlungsmethode ist eine nicht-invasive und medikamentenfreie Alternative oder Ergänzung zu konventionellen medizinischen Behandlungen, die darauf abzielt, die körpereigenen Heilungskräfte zu unterstützen und zu fördern.
Die Behandlung in der Chiropraktik basiert auf einer ganzheitlichen Betrachtung des Patienten. Neben der Behandlung von akuten Beschwerden wie Rückenschmerzen oder Nackenschmerzen verfolgt sie das Ziel, langfristig die Haltung zu verbessern, die Beweglichkeit zu erhöhen und die Lebensqualität zu steigern. Die Therapie ist dabei auf die individuellen Bedürfnisse des erwachsenen Patienten zugeschnitten. Vor jeder Behandlung erfolgt eine gründliche Untersuchung und Diagnose, um sicherzustellen, dass die chiropraktische Behandlung die geeignete Therapieform ist.
Behandlungsfelder der Chiropraktik
Chiropraktische Behandlungen können bei einer Vielzahl von Beschwerden und Problemen helfen:
Rückenschmerzen (akut und chronisch)
Nackenschmerzen und Nackensteifigkeit
Kopfschmerzen und bestimmte Arten von Migräne
Schulter- und Armschmerzen
Hüft- und Beinschmerzen (z.B. Ischias)
Beschwerden in Gelenken außerhalb der Wirbelsäule (Extremitäten)
Eingeschränkte Beweglichkeit und Haltungsstörungen
Muskuläre Verspannungen und Steifigkeit
Ablauf einer Behandlung
Die Behandlungsdauer liegt oft zwischen 30 und 60 Minuten, wobei der erste Termin meist länger (ca. 45-60 Minuten) für die ausführliche Anamnese angesetzt wird.
Anamnese
Erstgespräch: Wichtige Unterlagen
Beobachtung & Untersuchung
Beobachtung & Untersuchung
Therapieplanung
Therapieplanung
Behandlung
Behandlung
FAQ über Chiropraktik
1. Was ist Chiropraktik?
Chiropraktik ist eine Behandlungsmethode, die sich hauptsächlich mit der Diagnose, Behandlung und Vorbeugung von Funktionsstörungen im Bereich der Wirbelsäule und des gesamten Bewegungsapparates befasst. Das Ziel ist, die normale Funktion der Gelenke und des Nervensystems wiederherzustellen
2. Was macht ein Chiropraktiker genau?
Ein Chiropraktiker sucht nach sogenannten Blockaden oder Subluxationen, das sind kleine Fehlstellungen oder Bewegungseinschränkungen von Wirbeln oder Gelenken. Diese löst er dann mit gezielten, schnellen Handgriffen, den sogenannten Justierungen oder Manipulationen, um die normale Beweglichkeit und Funktion des Nervensystems wiederherzustellen.
3. Bei welchen Beschwerden kann Chiropraktik helfen?
Oft wird Chiropraktik bei Rücken- und Nackenschmerzen, Kopfschmerzen, Migräne, Gelenkschmerzen (wie Schulter- oder Hüftschmerzen) sowie bei bestimmten Haltungsproblemen angewendet. Prinzipiell bei allen Beschwerden, die durch Störungen im Bewegungsapparat oder eine Reizung des Nervensystems entstehen.
4. Ist die Behandlung schmerzhaft?
In der Regel ist die Behandlung nicht schmerzhaft. Manchmal kann es einen kurzen, leicht unangenehmen Druck geben, insbesondere wenn die Muskulatur sehr verspannt ist. Das berühmte „Knacken“ ist harmlos und entsteht durch eine schnelle Druckveränderung im Gelenk, wodurch sich Gase (z.B. Stickstoff) lösen – ähnlich wie beim Knacken der Finger.
5. Ist Chiropraktik sicher?
Ja. Wird die Behandlung von einem qualifizierten und gut ausgebildeten Chiropraktor (häufig mit mehrjährigem Universitätsstudium nach internationalen Standards) durchgeführt, gilt sie als sehr sicher. Gründliche Untersuchung und Diagnose vor der Behandlung sind essenziell, um Risiken auszuschließen.
6. Was ist der Unterschied zwischen Chiropraktiker, Chirotherapeut und Chiropraktor?
Chiropraktor: Hat meist ein umfassendes, mehrjähriges Universitätsstudium (nach WHO-Standards) absolviert. Dieser Begriff entspricht dem international anerkannten Standard.
Chiropraktiker (in Deutschland): Oft ein Heilpraktiker mit einer Zusatzausbildung in Chiropraktik, deren Umfang variieren kann.
Chirotherapeut: Ein Arzt (z.B. Orthopäde) mit einer Zusatzausbildung in Manueller Medizin/Chirotherapie.
7. Brauche ich eine Überweisung?
In vielen Praxen, besonders bei akademisch ausgebildeten Chiropraktoren, brauchen Sie keine Überweisung vom Arzt, da sie als Erstbehandler agieren können. Fragen Sie am besten in der jeweiligen Praxis nach.
8. Wie viele Behandlungen sind nötig?
Das hängt stark von der Art und Dauer der Beschwerden ab:
Akute Schmerzen: Bessern sich oft schon nach wenigen Terminen (z.B. 1 bis 4).
Chronische oder langwierige Beschwerden: Erfordern meist eine längere Behandlungsphase (z.B. 6 bis 12 oder mehr Termine). Der genaue Behandlungsplan wird immer individuell festgelegt.
9. Muss ich dann ständig zum Chiropraktiker gehen?
Nein. Eine chiropraktische Behandlung macht nicht abhängig. Nach der Besserung Ihrer akuten Beschwerden können Sie selbst entscheiden, ob Sie die Behandlung mit größeren Abständen (z.B. alle paar Wochen oder Monate) zur Vorsorge nutzen möchten, um Rückfällen vorzubeugen und die Beweglichkeit zu erhalten.
10. Werden die Kosten von der Krankenkasse übernommen?
Das ist unterschiedlich. Private Krankenkassen und die Beihilfe übernehmen die Kosten oft ganz oder teilweise. Einige gesetzliche Krankenkassen beteiligen sich mittlerweile auch an den Kosten, allerdings meist nur anteilig und unter bestimmten Voraussetzungen. Klären Sie dies am besten vorab mit Ihrer Krankenkasse.
Gesundheitstipp
Achten Sie im Alltag auf eine aufrechte Körperhaltung – besonders beim Sitzen und Arbeiten am Bildschirm. Kurze Bewegungspausen, regelmäßiges Dehnen und bewusstes Atmen entlasten Wirbelsäule und Gelenke. So unterstützen Sie die Wirkung der chiropraktischen Behandlung und fördern langfristig Ihre Beweglichkeit und Ihr Wohlbefinden.

