Allgemeine Informationen

Die Naturheilkunde ist eine Sammlung traditioneller und moderner Heilverfahren, die auf natürlichen Methoden und Substanzen basieren, um die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren und zu stärken. Sie betrachtet den Menschen als eine Ganzheit aus Körper, Geist und Seele. Im Gegensatz zur reinen Schulmedizin, die oft Symptome gezielt mit Medikamenten behandelt, sucht die Naturheilkunde nach der Ursache einer Erkrankung und versucht, diese mit sanften, natürlichen Mitteln zu beheben. Dabei kommen Verfahren zum Einsatz, die oft schon seit Jahrhunderten in verschiedenen Kulturen zur Gesundheitsförderung und Krankheitsbehandlung genutzt werden.

Die Philosophie der Naturheilkunde zielt darauf ab, die Gesundheit zu erhalten und Krankheiten vorzubeugen. Sie legt großen Wert auf eine gesunde Lebensweise, wozu eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung, Entspannung und ein bewusster Umgang mit der Umwelt gehören. Naturheilkundliche Therapien können sowohl eigenständig als auch ergänzend zur konventionellen (schulmedizinischen) Behandlung angewendet werden. Die Behandlung ist dabei stets individuell auf die Person zugeschnitten, um die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen und das Wohlbefinden nachhaltig zu verbessern.

Beispiele für Naturheilkundliche Verfahren

Die Naturheilkunde umfasst eine Vielzahl von Methoden und Disziplinen. Zu den bekanntesten Verfahren zählen:

    • Pflanzenheilkunde (Phytotherapie): Verwendung von Heilpflanzen und deren Extrakten (z.B. Tees, Tinkturen, Kapseln) zur Behandlung von Beschwerden.
    • Homöopathie: Behandlung mit stark verdünnten Substanzen, um die Selbstheilungskräfte des Körpers anzuregen.
    • Manuelle Naturheilverfahren: Sanfte Handgriffe, Massagen oder Mobilisationstechniken zur Unterstützung der Gelenk- und Muskelgesundheit.
    • Hydrotherapie (Wasseranwendungen): Einsatz von Wasser in verschiedenen Formen (z.B. Bäder, Güsse, Wickel) zur Anregung des Kreislaufs und des Stoffwechsels, oft nach Sebastian Kneipp.
    • Ernährungsheilkunde (Diätetik): Gezielte Anpassung der Ernährung, um Heilungsprozesse zu unterstützen oder Krankheiten vorzubeugen.
    • Bewegungstherapie: Gezielte körperliche Aktivität zur Förderung der Fitness und zur Behandlung von Funktionsstörungen (z.B. Yoga, bestimmte Formen der Physiotherapie).
    • Ordnungstherapie: Maßnahmen zur Harmonisierung des Lebensstils, wie z.B. Stressbewältigung, Entspannungstechniken und die Gestaltung eines gesunden Tagesrhythmus.
    • Aromatherapie: Einsatz von ätherischen Ölen zur Förderung von körperlichem und seelischem Wohlbefinden.

Ergänzende Rolle und Anwendung

Es ist wichtig zu verstehen, dass die Naturheilkunde kein Ersatz für eine notwendige schulmedizinische Behandlung bei schweren oder akuten Erkrankungen ist, sondern eine sinnvolle Ergänzung. Viele Menschen nutzen naturheilkundliche Verfahren, um chronische Beschwerden zu lindern, Nebenwirkungen konventioneller Therapien zu reduzieren oder ihr allgemeines Wohlbefinden zu steigern. Besprechen Sie die Anwendung naturheilkundlicher Methoden immer mit Ihrem behandelnden Arzt oder einem erfahrenen Heilpraktiker, um sicherzustellen, dass die Behandlung optimal auf Ihre individuelle Situation abgestimmt ist.

Ablauf einer Behandlung

Die Behandlungsdauer liegt oft zwischen 30 und 60 Minuten, wobei der erste Termin meist länger (ca. 45-60 Minuten) für die ausführliche Anamnese angesetzt wird. 

Anamnese

Erstgespräch: Wichtige Unterlagen

Zu Beginn führen wir ein ausführliches Gespräch über Ihre Beschwerden, Vorerkrankungen, Lebensstil, Ernährung und Stressfaktoren. Ziel ist es, den Menschen als Ganzes zu erfassen und individuelle Ursachen für gesundheitliche Probleme zu erkennen.

Beobachtung & Untersuchung

Beobachtung & Untersuchung

Mit gezielter körperlicher Untersuchung und Sichtung von Befunden (z. B. Laborwerte, Befunde aus anderen Fachbereichen) gewinnen wir ein umfassendes Bild Ihres Gesundheitszustands. Dabei berücksichtigen wir auch Lebensgewohnheiten, Bewegung und Ernährung.

Therapieplanung

Therapieplanung

Auf Basis der gewonnenen Informationen entwickeln wir einen individuellen Behandlungsplan, der naturheilkundliche Methoden wie Phytotherapie, Homöopathie, Ernährungstherapie oder andere sanfte Verfahren kombiniert. Ziel ist die Stärkung der Selbstheilungskräfte und die Förderung langfristiger Gesundheit.

Behandlung

Behandlung

Die Behandlung erfolgt sanft und individuell abgestimmt: mit natürlichen Mitteln, gezielten Impulsen und therapeutischen Maßnahmen, die den Körper unterstützen, sein Gleichgewicht wiederzufinden und Beschwerden zu lindern. Regelmäßige Kontrolle und Anpassung des Therapieplans sorgen für nachhaltige Erfolge.

FAQ: Naturheilkunde für Erwachsene

1. Was ist Naturheilkunde überhaupt?

Die Naturheilkunde ist eine Form der Heilkunde, die vor allem natürliche Mittel und Reize (wie Pflanzen, Wasser, Bewegung, Ernährung, Licht) nutzt, um die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren und zu stärken. Sie hat oft einen ganzheitlichen Ansatz.

Das bedeutet, dass nicht nur die einzelnen Symptome einer Krankheit behandelt werden, sondern der Mensch als Ganzes betrachtet wird – also Körper, Geist und Seele in ihrem Zusammenspiel. Ziel ist es, die Ursache der Beschwerden zu finden.

Klassische Methoden sind z.B. die Phytotherapie (Pflanzenheilkunde), die Hydrotherapie (Wasseranwendungen, z.B. Kneipp), die Ernährungstherapie, die Bewegungstherapie und die Ordnungstherapie (gesunde Lebensführung).

Nein. Die Schulmedizin (oder konventionelle Medizin) nutzt vorwiegend wissenschaftlich belegte Therapien, oft mit Medikamenten oder Operationen. Die Naturheilkunde nutzt vor allem natürliche Verfahren und will die Selbstheilung anregen. Sie kann die Schulmedizin aber ergänzen.

Nein. Bei manchen schweren oder akuten Krankheiten ist die Schulmedizin lebenswichtig. Die Naturheilkunde wird oft begleitend bei chronischen Beschwerden, zur Prävention (Vorsorge) oder zur Linderung von Symptomen eingesetzt.

Das können speziell ausgebildete Ärzte mit Zusatzbezeichnung Naturheilverfahren sein oder Heilpraktiker. Heilpraktiker dürfen diagnostizieren und therapieren, aber keine verschreibungspflichtigen Medikamente verordnen.

Das ist sehr unterschiedlich und hängt von der Methode und Ihrem Anliegen ab. Eine Erstberatung (Anamnese) dauert oft länger (z.B. 60-90 Minuten), da der Behandler ein umfassendes Bild Ihrer Gesundheit bekommen möchte.

Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten für alternative oder naturheilkundliche Verfahren nicht automatisch. Es ist ratsam, vorab bei Ihrer Krankenkasse nachzufragen. Manche Kassen bieten dafür Zusatzversicherungen an.

Auch wenn natürliche Mittel oft als sanfter gelten, können sie Nebenwirkungen haben oder mit anderen Medikamenten in Wechselwirkung treten. Eine genaue Abklärung mit dem Behandler ist immer notwendig.

Empfehlungen von Freunden oder Bekannten sind oft hilfreich. Achten Sie darauf, dass der Behandler sich ausreichend Zeit für Sie nimmt, die geplanten Therapien und die Kosten transparent erklärt und auf Ihre gesamte gesundheitliche Situation eingeht.

Gesundheitstipp

Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung und genügend Erholung. Kleine tägliche Rituale z. B. Spaziergänge an der frischen Luft, ausreichend Wasser trinken oder kurze Entspannungsübungen aktivieren Ihre Selbstheilungskräfte und unterstützen den Körper dabei, gesund und vital zu bleiben.

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