Allgemeine Informationen

Sehr geehrte Eltern,

Die Kinderosteopathie ist eine sanfte, ganzheitliche Behandlungsform, die sich speziell auf die Bedürfnisse von Babys, Kleinkindern und älteren Kindern konzentriert. Sie basiert auf dem einfachen Prinzip, dass der Körper eine Einheit ist und sich selbst heilen kann, wenn alle seine Strukturen – wie Gelenke, Muskeln, Organe und Bindegewebe – frei beweglich sind. Osteopathen verwenden ausschließlich ihre Hände, um Spannungen, Blockaden oder Bewegungseinschränkungen im Körper Ihres Kindes aufzuspüren und mit leichtem Druck oder feinfühligen Techniken zu lösen.

Gerade im Baby- und Kindesalter können schon kleine Einschränkungen, beispielsweise durch eine anstrengende Geburt, zu Beschwerden führen oder die natürliche Entwicklung beeinträchtigen. Ziel der osteopathischen Behandlung ist es, diese Störungen zu beheben, die Selbstheilungskräfte zu aktivieren und somit das Wohlbefinden und die Entwicklung Ihres Kindes umfassend zu fördern. Die Behandlung ist in der Regel schmerzfrei und wird von den Kindern gut angenommen.

Häufige Anwendungsgebiete

Die Kinderosteopathie kann bei einer Vielzahl von Symptomen und Beschwerden unterstützend wirken. Bitte sprechen Sie vorab immer mit Ihrem Kinderarzt oder Ihrer Hebamme.

    • Babys:
      • Schreikinder (übermäßiges und untröstliches Weinen)

      • Verdauungsprobleme (z. B. 3-Monats-Koliken, Blähungen, Verstopfung)

      • Stillprobleme oder übermäßiges Spucken

      • Schlafstörungen und innere Unruhe

      • Asymmetrische Haltung (z. B. Schiefhals, bevorzugte Kopf- oder Liegeposition, abgeflachter Schädel)

      • Folgen von Geburtstraumata (z. B. nach Saugglocke oder Kaiserschnitt)

    • Ältere Kinder und Jugendliche:

      • Wachstumsschmerzen und Haltungsprobleme (z. B. Skoliose)

      • Kopfschmerzen und unklare Bauchschmerzen

      • Kieferfehlstellungen (begleitend zur kieferorthopädischen Behandlung)

      • Konzentrations- und Lernschwierigkeiten

      • Unruhe und Nervosität (begleitend, z. B. bei ADHS)

Ablauf einer Behandlung

Die Behandlungsdauer liegt oft zwischen 30 und 60 Minuten, wobei der erste Termin meist länger (ca. 45-60 Minuten) für die ausführliche Anamnese angesetzt wird. Die Eltern sind die gesamte Zeit im Behandlungsraum anwesend.

Anamnese

Erstgespräch: Wichtige Unterlagen

Ausführliches Gespräch mit den Eltern über die Beschwerden, die medizinische Vorgeschichte (Schwangerschaft, Geburt, Entwicklung, bisherige Therapien) des Kindes. Wichtig: Relevante Befunde, U-Heft und Impfpass mitbringen.

Beobachtung & Untersuchung

Beobachtung & Untersuchung

Der Osteopath beobachtet das Kind (z. B. Bewegungsabläufe, Haltung, Reaktionen) und führt eine umfassende körperliche Untersuchung durch. Dies geschieht vorwiegend durch sanften Handkontakt. Das Kind kann dabei spielen oder von den Eltern abgelenkt werden.

Therapieplanung

Therapieplanung

Basierend auf der Anamnese und den Befunden erstellt der Osteopath einen individuellen Behandlungsplan und legt die konkreten Ziele fest.

Behandlung

Behandlung

Die eigentliche manuelle Therapie beginnt. Der Osteopath arbeitet ausschließlich mit den Händen, um Strukturen durch sanftes Drücken, Dehnen oder Mobilisieren zu beeinflussen und die Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Die Behandlung wird spielerisch und flexibel gestaltet, um dem Kind gerecht zu werden.

FAQ: Osteopathie für Kinder – Antworten für Eltern

1. Was ist Osteopathie für Kinder?

Osteopathie ist eine ganzheitliche, manuelle Behandlungsmethode. Der Therapeut nutzt nur seine Hände, um Spannungen, Blockaden und Funktionsstörungen im Körper Ihres Kindes (Bewegungsapparat, Organe und Nervensystem) zu erkennen und sanft zu lösen. Ziel ist es, die Selbstheilungskräfte zu aktivieren.

Oft wird Osteopathie bei Säuglingen bei:

  • Schreikindern/Koliken (Drei-Monats-Koliken)

  • Schlafstörungen oder starker Unruhe

  • Schiefhals oder Schädelasymmetrien (verformter Hinterkopf)

  • Stillproblemen eingesetzt.

Bei älteren Kindern kann sie unterstützen bei:

  • Wachstumsschmerzen, Haltungsproblemen

  • Kopfschmerzen/Migräne

  • Verdauungsproblemen

  • Konzentrations- und Lernschwierigkeiten

Ja, absolut. Osteopathen, die Kinder behandeln, wenden nur sehr sanfte und behutsame Techniken an. Es wird kein starker Druck oder schnelle, ruckartige Bewegungen (wie bei manchen Mobilisationstechniken bei Erwachsenen) eingesetzt.

Grundsätzlich kann die Behandlung schon bei Neugeborenen begonnen werden. Je früher Verspannungen, oft entstanden während der Geburt, gelöst werden, desto besser.

Die Sitzung beginnt mit einem ausführlichen Gespräch (Anamnese) über die Schwangerschaft, Geburt, Entwicklung und die aktuellen Beschwerden Ihres Kindes. Danach erfolgt eine gründliche Untersuchung mit den Händen. Die eigentliche Behandlung ist sanft und wird oft spielerisch oder auf dem Schoß eines Elternteils durchgeführt, um das Kind nicht zu überfordern.

Nein. Kinderosteopathen sind darin geschult, auch unruhige oder abgelenkte Kinder zu behandeln. Die Behandlung wird an die Bedürfnisse des Kindes angepasst, oft während es spielt oder sich auf dem Arm wohlfühlt.

Die Dauer kann variieren. Eine Erstbehandlung mit ausführlichem Gespräch dauert oft 45 bis 60 Minuten. Folgebehandlungen sind meist kürzer, oft 20 bis 45 Minuten, da Kinder schnell auf die Behandlung reagieren.

Das ist sehr individuell. Im Durchschnitt können bei Babys oft schon 3 bis 4 Sitzungen ausreichen, um eine deutliche Besserung zu erzielen. Bei älteren oder chronischen Beschwerden kann ein längerer Behandlungszeitraum notwendig sein. Ihr Therapeut erstellt einen individuellen Behandlungsplan.

In vielen Fällen ist kein Rezept nötig, da Osteopathen oft als Heilpraktiker arbeiten. ABER: Viele Krankenkassen verlangen für eine (Teil-)Erstattung der Kosten eine Empfehlung oder formlose Verordnung von einem Arzt. Fragen Sie am besten vorab bei Ihrer Kasse nach.

Viele gesetzliche Krankenkassen beteiligen sich heute mit einem Zuschuss an den Kosten. Die Höhe variiert stark. Private Krankenkassen oder Zusatzversicherungen übernehmen die Kosten oft ganz oder teilweise. Erkundigen Sie sich unbedingt VOR der ersten Behandlung bei Ihrer Krankenkasse über die genauen Bedingungen und den Erstattungsbetrag.

Gesundheitstipp

Achten Sie auf kleine Veränderungen im Verhalten Ihres Kindes (zum Beispiel unruhigen Schlaf, häufiges Weinen, Verdauungsprobleme oder eine bevorzugte Körperseite). Diese können auf Spannungen im Körper hinweisen. Eine sanfte osteopathische Behandlung kann helfen, das natürliche Gleichgewicht zu fördern, die Bewegungsfreiheit zu verbessern und die gesunde Entwicklung Ihres Kindes liebevoll zu unterstützen.

Kostenübernahme

Es ist wichtig zu wissen, dass die Osteopathie in Deutschland nicht zum regulären Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) gehört. Viele gesetzliche Krankenkassen bezuschussen die Kosten für osteopathische Behandlungen bei Kindern und Babys jedoch als freiwillige Mehrleistung. Die Höhe des Zuschusses und die Voraussetzungen (z. B. eine ärztliche Empfehlung/Verordnung) variieren stark je nach Kasse. Private Krankenversicherungen und private Zusatzversicherungen übernehmen die Kosten oft ganz oder teilweise. Erkundigen Sie sich am besten direkt bei Ihrer Krankenkasse, bevor Sie mit der Behandlung beginnen.

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